Samstag, 23. Januar 2016

Der Hype um Revshare-Programme und oneCoin


Abzocker der Jahre 2015 und 2016 unter der Lupe - Teil 1 RevShare-Programme MAP und GPA


revshareprogramm gpa einsammelseite von emailadressen
Bevor ich auf die einzelnen Abzocker-Programme näher eingehe, ein paar grundsätzliche Anmerkungen zu Hintergrund und Funktion der Angebote, wie ich sie hier beleuchte. Das Prinzip von RevShare-Programmen ist schnell erklärt: Sie erwerben das Recht auf Umsatzbeteiligungen, die im Verhältnis Ihrer erworbenen, eigenen Werbepakete, den sogenannten „AdPacks“, errechnet werden. Je nach Anbieter, stellen diese „AdPacks“ einen unterschiedlichen finanziellen Wert dar. Dazu jedoch mehr Informationen in den einzelnen Systembetrachtungen.

AdPacks beinhalten Punkte, manchmal „Credits“ genannt, mit denen Sie auf der Plattform für Ihre eigene Firma oder Homepage Werbung in Form eines kleinen Textblocks oder eines Banners machen können. Sie müssen jedoch, wenn Sie in den Genuß der Gewinnbeteiligung kommen wollen, täglich mindestens zehn solcher Werbeeinblendungen für eine bestimmte Zeit ansehen, um für diesen Tag auch gewinnberechtigt zu sein. Ein Revshare-Programm ist bekannt, bei dem diese täglichen Werbeklicks nicht erforderlich sind. Als Belohnung beziehungsweise als Gewinn winkt pro AdPack ein Anteil an den weltweit generierten Werbeumsätzen, so die offiziellen Angaben der Betreiber unisono. Dieser Anteil wird mehrmals am Tag berechnet und den Teilnehmern in ihrem viralen Konto gutgeschrieben. Je mehr Packs ein Teilnehmer hat, um so höher seine Tagesgewinne. Richtig Spaß macht das - und hier liegt auch das schon angesprochene Suchtpotential - wenn man sich aus der aufgelaufenen Rendite ein oder mehrere Packs täglich, dazu kaufen kann. Schon am nächsten Tag fällt der virale Geldregen spürbar kräftiger aus.

Die Obergrenze für eigene „AdPacks“ ist bei den meisten Systemen auf 2.500 Stück begrenzt. In der Regel werden bis zu 50 Prozent der Tagesrendite für den AdPack-Zwangsnachkauf eigens gebucht und können vom Teilnehmer tatsächlich nur hierfür verwendet werden. Die Restsumme kann man sich einfach oder furchtbar kompliziert und teuer, von Programm zu Programm unterschiedlich, auf sein Bankkonto auszahlen lassen. 

Was Sie immer beachten sollten

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn sich die Inititatoren von Geld-Investment-Programmen als „Visionäre“ feiern lassen, wie dies im Fall von Michael Deese oder Ruja Ignatova der Fall ist. Zu viele solcher Visionäre kannte schon das letzte Jahrhundert, die insbesondere mit der salonfähig gewordenen PC-Technik und den einhergehenden Softwareentwicklungen wie Pilze aus dem Boden schossen und dabei nichts anderes mit der neuen Technik verbanden, als Kettenbriefe und andere Schneeballsysteme: viele zahlen ein, einer kassiert. Manchmal war es auch eine schön große Handvoll mehr, die in den Genuß des warmen Geldregens kamen. Am Ende bewahrheitete sich jedoch ausnahmslos der Spruch: den letzten beißen die Hunde, weshalb auch der Gesetzgeber mit restriktiven juristischen Vorgaben aktiv wurde. Schauen Sie also genau hin, wenn Ihnen die Teilnahme an Geldquellen angeboten wird, bei denen die Fakten - nicht das, was man Ihnen als solche unterjubeln möchte - im Dunkeln bleiben. Wenn von Werbeeinnahmen gesprochen wird, verlangen Sie Nachweise aus Bilanzen, Jahresabschlüssen und dergleichen. Für eine seriöse Firma eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Die nachstehenden Systeme, sogenannte RevShare-Programme, stehen im Mittelpunkt der ersten Betrachtung: MyAdvertisingPays (MAP) oder nur kurz „MAPs“ genannt und „GetProfitAdz“ (GPA). 
Beide sind die im deutschsprachigen Raum wohl bekanntesten Anbieter mit der aggressivsten Werbung. Darüber hinaus werde ich Ihnen von „der Chance des Jahrhunderts“ berichten, dem Unternehmen oneCoin, das vorgibt, eine neue Kryptowährung am Markt etablieren zu wollen. Wir werden genau hinschauen, was dran ist, an dieser Jahrhundertchance...

Die ersten beiden hier vorgestellten Systeme sorgen derzeit weltweit für Furore im Netz - mit Ausnahme der Vereinigten Staaten - und bieten ein nahezu tatenloses Einkommen. Von „reich werden mit 10 Klicks am Tag“ über „hier kein Geld zu verdienen, ist unmöglich“ bis hin zu eben der historische Chance reichen die Versprechungen. Während die Einen mit der katastrophalen Finanzpolitik der EU, USA und anderer hochverschuldeter Staatsgebilde und ihrem im Vergleich dazu angeblich sicheren Finanzhafen Kunden ködern, sind es in den anderen Fällen die schier unendlich erscheinenden Einnahmequellen aus Internet-Werbung.

Geld fließt, nur keine echten Werbeeinnahmen! 

Und in der Tat: die Systeme zahlen aus! Zumindest jene, die vorgeben, ihre Einnahmen über Werbeaufträge zu generieren. Diese Systeme will ich hier zu erst einer genaueren Betrachtung unterziehen.

Es wird also nicht nur eingesammelt, sondern die prognostizierten Einnahmen auch in den viralen Konten der Teilnehmer gutgeschrieben. Das alleine macht für sich jedoch noch kein Qualitätsmerkmal aus, wichtig ist vielmehr, daß diese in fiktiven, auf irgendwelchen Servern gutgeschriebenen Beträge auch in physischer Währung beim Teilnehmer ankommen. Die Auszahlungen in diesen Systemen sind ebenfalls nachgewiesen, in vielen Fällen mit teuren Haken und Ösen garniert. Nur in den seltensten Fällen ist der direkte Weg von Bank zu Bank vorgesehen. Es sind Zahlungsdienste zwischengeschaltet, die sich über teure Gebühren ungerechtfertig am Geld der Spekulanten bedienen. Und es kann niemand eine Garantie geben, daß die Auszahlungen immer beibehalten werden. Zahlungsdiensteanbieter wie Payeer, PerfectMoney, VXGateway oder 2pay4you stehen in der Regel zur Verfügung.

Auf welch’ dünnem Eis sich die sogenannten Revshare-Programme bewegen, erkennen Sie schon an den Aussagen zu den Geschäftsmodellen. Wenn man Sie mit Aussagen lockt, wie „sie kennen doch Google und Facebook und wissen, daß die mit Internetwerbung Milliarden verdienen. Holen sie sich auch ein Stück davon....“ sollten alle Alarmglocken angehen. Denn das, was man Ihnen verkaufen will und das, was man Ihnen als Geschäftshintergrund dazu erzählt, paßt zusammen wie Feuer und Eis. Die Art und Weise, wie die zum Vergleich bemühten Internetgiganten mit Werbung Geld verdienen, ist eine ganz andere, als bei Revshare-Programmen praktiziert und dargestellt. 

So werden Milliarden verdient - "Geschäftsmodell Google" 

Mit dieser zielgenauen Werbung verdient Google Geld
Google bietet einen kostenlosen Suchdienst für das Internet an und hat so hunderte von Millionen Seitenaufrufe täglich. Wenn bei Google jemand das Stichwort „Käse“ in die Suchzeile eintippt, erscheinen im Kopf- und im rechten Seitenbereich der Ergebnisseite Werbeeinblendungen, die zu Käse passen, den der wissbegierige Mensch vor dem Bildschirm hat schließlich an „Käse“ Interesse bekundet, nicht an einer Trekking-Tour durch den Himalaya. Werden diese Einblendungen angetippt, muß die werbende Firma an Google bezahlen. Die Werbefirma erhält im Gegenzug einen qualifizierten Besuch eines Internetusers, der genau das sucht, was dort angeboten wird. Angebot und Nachfrage werden hier punkt- und zielgenau zusammen geführt. Es sind verhältnismäßig kleine Beträge, die Google hier nahezu weltweit pro Klick einsammelt. Das läppert sich jedoch und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Soviel jedenfalls, daß für Google tatsächlich ein paar hübsche Milliarden im oberen zweistelligen Bereich (2014: 59,06 Mrd. USD) jährlich abfallen. 

Das Geschäftsmodell "Facebook" 

Auf Facebook verhält es sich ähnlich. Hier wird von Firmen und Unternehmern für Werbung bezahlt, die den Facebooknutzern an der Seitenleiste ihrer eigenen Facebook-Seite eingeblendet wird. Und auch hier nicht willkürlich drauf los, sondern ganz gezielt auf die Interessen des jeweiligen Seiteninhabers abgestimmt, zudem nach Regionen oder Staaten gefiltert. Wenn Sie selbst eine Facebookseite haben, wissen Sie ja, wie fein sie von Mark Zuckerbergs Truppe durchleuchtet, zerlegt und penetrant nach Informationen zu ihren Hobbies, Ihrer Lieblingsmusik, Ihren Lieblingsbüchern oder TV-Serien gefragt werden. Die Liste ist damit ja noch nicht vollständig. Alles Informationen, die in Ihr Profil mit einfließen und später bei der Auswahl der Ihnen gezeigten Werbung eine Rolle spielen. Diese feinen Filter machen Facebook-Werbung für manche Branchen so lukrativ. Je nachdem, wo der Werbekunde seine Botschaft unterbringen möchte und wieviel er dafür auszugeben bereit ist.

Die Geschäftsmodelle von Google und Facebook muß man verstanden haben, um sich über die Lügengebilde von MAPs und Co. bewußt werden zu können, was leider nur bei den wenigsten Internetnutzern der Fall ist. Über die Werbeeinnahmen der beiden Internetgiganten und ihre Verdienste, weiß man aber sehr wohl Bescheid. Dieses Halbwissen ist gefährlich, denn es ermöglicht Abkassierern wie den Organisatoren von RevShare-Programmen erst ihre fadenscheinige Argumentation mit dem „Stück vom großen Werbekuchen“, das es gelte, sich abzuholen. Einerseits der Milliardenmarkt, andererseits das Versprechen, Teile davon jedem Programmteilnehmer zugänglich zu machern. Da kommen dann schnell so Werbesprüche dabei heraus, wie „schaffen Sie sich ein echtes passives Einkommen“ oder die Geschichte mit der „Altersversorgung“ oder dem "dauerhaften Einkommen"...

Nun können Sie ja als Webseitenbetreiber bei Google auch Geld verdienen. Nämlich dann, wenn Sie sich bei Google registrieren um anschließend Werbetools auf Ihrer Website einzubinden. Sie stellen damit Google Werbeflächen zur Verfügung und erhalten von Google jedesmal einen kleinen Geldbetrag gutgeschrieben, wenn die auf Ihrer Website angezeigte Werbung angeklickt wird. Auch dieses Geschäftsmodell finden Sie so bei keinem Revshare-Programm wieder, auch wenn man Ihnen eine Seite mit Werbeeinblendungen zeigen wird. Es ist dann ausschließlich Werbung, die ihrerseits von gewinnberechtigten AdPacks abhängig ist. Sie sollten sich da kein „X“ für ein „U“ vormachen lassen. Andere Werbung werden Sie in Revshare-Programmen nur in den seltensten Fällen finden und dann keineswegs in ausreichender Anzahl, um das Geschäftsmodell oder „Tagesrenditen“ von einem Prozent Ihres einbezalten Geldbetrages seriös zu begründen. Keineswegs jedoch bei den hier besprochenen Systemen.

Und woher nehmen RevShare-Programme das Geld? 

Woher nehmen dann aber diese Programme das Geld, das Sie als Gewinnbeteiligung wieder ausschütten? Ganz einfach - von den Teilnehmern selbst! Revshare-Programme sind riesige Geldumverteilungskraken und ihnen allen liegt ein Schneeballsystem zugrunde. Sie kennen das Ende ja, an jenem beißen den letzten die Hunde! Der Aufschrei, der jetzt durch die Reihen der Teilnehmer geht, ich hör’ ihn bis hierher. Er ändert aber nichts an den Fakten. Und ich sag' euch auch gleich - beleidigende Kommentare werden gelöscht!

Warum weigert sich ein Michael Deese - der Initiator vom MyAdvertisingPays (MAP) - beharrlich, eine Bilanz seiner vermeintlich echten Werbeeinnahmen vorzulegen? Von Kunden, die bei MAPs Werbeplätze gekauft haben, ohne im Gegenzug wieder gewinnberechtigt zu sein? An genau dieser Gewinnbeteiligung für alle krankt nämlich das System. Ich behaupte, weil er es nicht kann! Warum verlegt MAP seinen Geschäftssitz nach Europa? Etwa weil hier der Markt so stark boomt, daß Deutschland zur umsatzstärksten MAP-Nation geworden ist, wie man stolz verkündet, oder nicht vielmehr doch, weil der amerikanische Boden für MAPs zu heiß geworden ist? Die USA, einer der internetafinsten Märkte überhaupt, müßten doch der ideale Nährboden für ein System wie MAPs sein, wenn es mit legalen Dingen zugehen würde. Noch dazu, bei den Amerikanern, die ja nicht gerade als besonders moralisch gelten, wenn es um lukrative Geschäfte geht.

So wie ich die Dinge sehe, weiß Deese ganz genau, was ihn und sein MAPs erwartet, wenn er mit seinem System im Lande bleibt und Geld bei seinen Landsleuten einsammelt: der unangemeldete Besuch der amerikanischen Finanzbehörden, des FBI und anderer unangenehmer Staatsbediensteter. Schließlich bewegen sich Systeme wie MAPs haarscharf an der Grenze zur Geldwäsche und können von Organisationen sicher leicht hierfür mißbraucht werden. Die zur Verfügung stehenden Zahlungsanbieter mit ihrem seltsamen Verifizierungsgebahren schieben nur auf den ersten Blick kriminellen Vorhaben einen Riegel vor, denn welche gut organisierte kriminelle Vereinigung hat Probleme damit, eine Gas-, Telefon- oder Müllabfuhrrechnung zu fälschen? Von Ausweisen ganz zu schweigen, die dann nie als Original, sondern nur als jpg- oder pdf-Datei einzureichen sind? Übrigens liefern Sie als Teilnehmer damit perfekte Vorlagen zum Fälschen Ihrer Ausweispapiere, wenn eine solche Datei in die falschen Hände gerät. Aber das nur nebenbei bemerkt. Man sollte also schon möglichst sicher sein, wem man hier seine Dokumente auf dem elektronischen Wege anvertraut. Weniger bedenklich hinsichtlich der Schwarzgeld-Problematik ist es dort, wo zur Kontenverifizierung ein bestehendes Bankkonto oder ein Kreditkartenkonto herangezogen werden.

Ausschnitt aus der MAPs-Startseite vom 23. Januar 2016
Die Ausrede von Deese, auf die Verneinung der Frage einer Offenlegung seiner echten „Werbekunden“ - um damit seine Geschäftskontakte zu schützen, die ja schließlich seine Kunden sind und die gibt man nicht einfach so preis - stinkt rund um den Globus zum Himmel. Warum kennt niemand die angeblich vorhandenen Webseiten, auf denen diese Werbung zusätzlich zur mickrigen MAP-Portalseite eingeblendet wird? Gibt es diese Seiten außerhalb des MAP-Portals denn überhaupt? Deese müßte ja dann ein vitales Interesse daran haben, daß diese Werbeseiten möglichst bekannt und zahlreich besucht werden, um die Werbekunden zufrieden zu stellen. So wie das auch bei allen anderen Programm-Initiatoren der Fall sein müßte. Und welchen besonderen Vorzug böten diese Seiten einem Werbekunden denn, daß er unbedingt die MAPs-Dienste und nicht die von Google oder Facebook beanspruchen will? Selbstverständlich nur den der Gewinnbeteiligung!

Ich denke: Nein, solche Seiten gibt es nicht! MAP selbst zeigt nur Werbeeinblendungen von AdPack-Inhabern bei gleichgestellten MAP-Nutzern, die täglich zehn solcher Einblendungen anklicken müssen. Bei jeder angeklickten Seite läuft ein Countdown mit, der anzeigt, wann Sie ihr Zeitsoll erfüllt haben und die Werbung wieder verlassen können. Zeit ist schließlich aus den verschiedensten Gründen kostbar und wer verplempert sie schon gerne mit Werbung, die ihn nicht interessiert? Man muß aber, sonst gibt’s den Tagesbonus für seine je rund 50 Dollar teuren AdPacks nicht.

Das sind die Werbeblöcke die bei MAP angeklcikt werden müssen - Seite Mai 2015
Diese Einblendungen - meist Textanzeigen - leiten in der Regel zu Landigpages der MAPer weiter. Diese Seiten bauen sich dann in vielen Fällen so langsam auf, daß der mitlaufende Timer, bereits bei „NULL“ angekommen ist - „für Betrachtungssoll erfüllt“ - ohne daß Sie auch nur eine vollständige Textseite hätten lesen oder das immer noch ladende Video hätten ansehen können. Also springen Sie uninformiert wieder ab und suchen sich die nächste Werbung aus, die Sie anschauen sollen, um Ihr Soll der täglichen Werbeklicks möglichst schnell zu erfüllen. Erfolgreiche MAPer werben ja auch nicht umsonst mit der Aussage „täglich höchsten zehn Minuten, dann ist deine Arbeit erledigt.“

Was hat also ein Werbetreibender davon, wenn er bei MAPs oder einem der anderen Revshare-Programme die AdPacks erwirbt und die damit verbunden Werbepunkte in Inserate investiert? Seitenaufrufe, die angeblich seine Homepage bei Google in den Suchergebnissen wegen ihrer puren Anzahl nach vorne pushen, so wird argumentiert.

Wie lange geht das gut, bis die engines von Google und all den anderen Suchmaschinenanbietern merken, daß es sich hier um - ja man kann ruhig sagen - „gefakte“ Aufrufe handelt und die begünstigte Seite eigentlich nichts wirklich Interessantes anzubieten hat oder eine reine Verkaufsseite ist? Nur so sind nämlich für den Suchmaschinenalgorithmus die kurzen Besuche von bis zu maximal 30 Sekunden erklärlich. Das mag eine Weile gut gehen, da Google erst einen Weg finden, Abwehrmaßnahmen entwickeln und installieren muß, um solche manipulierten Seiten aus den übrigen Suchergebnissen herausfiltern zu können. Auch Seiten mit wertvollem Content verzeichnen ohne RevShare-Verlinkung kurzzeitige Seitenaufrufe - wenngleich in extrem geringeren Umfang - und diese Pages sollen ja im Google-Interesse liegend, keinen Schaden durch Gegenmaßnahmen erleiden. An solchen Lösungen arbeitet Google, da bin ich mir absolut sicher. Wenn nämlich Google-Suchergebnisse in steigendem Maße nur noch Landingpages oder Squeeze-Seiten vorrangig ausgeben, echte Contentseiten dagegen in den Hintergrund treten, gerät auch das Werbegeschäft von Google unter Druck. Schließlich gibt es Mitbewerber, die nur auf Schwächen des Werberiesen lauern. Wenn dann jedoch die Zeit der Abstrafungen für die klickmanipulierten Seiten kommt und sie bei den Suchergebnissen wieder nach hinten verbannt, wenn nicht gar ganz aus dem Index gestrichen werden, ist der Katzenjammer bei ihren Webmastern groß.

getprofitadz mittelverwendung im schneeballsystem
Originalabbildung aus einem GPA-Webinar 2015
Ebenfalls mit „AdPacks“; der verschrobenen Werbemilliarden-Argumentation aber mit nur 25 Dollar Kosten je AdPack, welches dann auch nicht verfällt, sondern „lebenslange“ Gültigkeit haben soll, arbeitet der Anbieter GetProfitAdz (GPA). Dort ist es nicht erforderlich, überhaupt Werbung anzuklicken. Einen noch deutlicheren Hinweis auf die tatsächliche Einnahmequelle des Systems kann es eigentlich nicht geben, aber er ist für jeden auch unverhohlen einsehbar, denn GetProfitAdz kommuniziert die Umverteilung selbst ganz offen, siehe Foto nebenstehend. Ein reiner Schneeball, wer das angesichts dieser Zahlen nicht verstehen will, dem ist nicht zu helfen.

Kurze Zeit, nachdem ich mit diesem Beitrag begonnen habe, erreichte mich die Nachricht, GetProfitAdz sei bis Mitte Februar vom Netz genommen worden, um angeblich eine neue Software zu installieren, das System neu aufzusetzen. Und das schon bei gerade einmal rund sechzigtausend Teilnehmern. Äußerst ungewöhnliche Argumentation, um nicht zu sagen „äußerst unglaubwürdig.“ Wenig vertrauenerweckend auch: Noch am 13. Januar hatte es in der Werbekampagne eines GPA-Teilnehmers geheißen, Start für "GetProfitAdz 2,0" wäre am 15. Januar 2016. Man wird sehen, ob sich GetProfitAdz überhaupt am Markt zurück melden wird und wenn ja, mit welchen Veränderungen.

GPA-Startseite bis Anfnag Januar 2016
Eines steht jedenfalls auch in diesem Fall fest: Mit Werbeeinnahmen durch den Verkauf von Werbeflächen außerhalb des Portals hat auch GPA nichts zu tun. Ein zusätzliches Indiz, das auf diesen Umstand hinweist, ist die Tatsache, daß Werbemaßnahmen bei Firmen nicht von heute auf morgen entschieden und nicht tageweise im Internet gebucht werden. Es müßte demnach Werbeverträge geben, die auch für die Zeit zu bedienen gewesen wären, in der GPA jetzt offline ist. Die Entscheidung kam nämlich, wie ich inzwischen erfahren habe, ziemlich spontan und kurzfristig auch zu den bisherigen Teilnehmern.

Ein Werbeerfolg und die damit verbunden Werbeeinnahmen kann es, wie aufgezeigt, also nicht sein, der die Massen beflügelt, AdPacks egal bei welchem Anbieter zu erwerben, um das Portal als Werbe-Plattform zu nutzen. Das Werbeargument sollte damit endgültig vom Tisch sein, verehrte Mapper und alle anderen AdPack-Initiatoren, Mitläufer und Empfehlungsgeber. Zum Leute verarschen müßte ihr euch jetzt was anderes einfallen lassen!

Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit der Wahrheit? Der Oberguru von MAPS und seine Helfeshelfer der ersten Stunde - es sind jene, die nationenweit auch die höchsten Gewinne abziehen - sowie die ganzen Trittbrettfahrer, haben eine vorzügliche Methode erkannt, wie man den Menschen weltweit am leichtesten das Geld aus der Tasche ziehen kann. Es bedarf dazu nur einiger leichtgläubiger Knechte, die die Mär vom Milliarden-Dollar-Werbemarkt Internet mit Augenaufschlag glaubhaft verbreiten, einer Handvoll Programmierer - den laufen muß die Geldeinsammel- und Auszahl-Software natürlich einwandfrei, sonst wäre ja die schöne Geldmaschine schneller am Ende, als erdacht. Das ganze System garniert man dann noch mit einer „Vision“, um dem ganzen Abzockergebilde einen sozialverträglichen Touch zu verleihen. Und schon schaufelt die Gier der Menschen und der Wunsch der Massen, endlich auch einmal zu den Gewinnern zu zählen, Milliönchen um Milliönchen auf das Konto - des Initiators, versteht sich! 

Die Achhillesferse der Revshare-Systeme

Das ist bei Leibe nicht nur das Geschäftsmodell bei MAPs, alle anderen Revshare-Programme funktionieren nach dem gleichen Prinzip, ob sie dort für eine Gewinnbeteiligung Werbung anklicken müssen oder nicht. Um den Geldfluß möglichst lange in Bewegung zu halten, läßt man in der Regel die „Packs“ nach dem Erwirtschaften einer gewissen Summe einfach verfallen. Wer bisher kassiert hat, investiert nach, um seine Auszahlungen auf einem gleichen hohen Level halten zu können. Dazu macht es ein beachtliches Neukundengeschäft durch den Vertrieb im Empfehlungsmarketing derzeit noch möglich, daß sich diese Programme nicht so schnell totlaufen. Ihr Ende aber ist vorhersehbar, da durch den über den Zinseszinseffekt rasant anwachsenden Anteil der gewinnberechtigten AdPacks die Auszahlungsansprüche schneller anwachsen, als neues Geld dem System auf Dauer von außen zufließt. Das zudem ja ebenfalls neue Gewinnberechtigsanteile generiert. Spätestens am Tag rückläufiger Neuumsätze und einem diesbezüglich länger anhaltenden Trend, hat sich das betroffene Revshare-Programm erledigt. Will dann auch noch eine größere Anzahl der Teilnehmer seine Guthaben ausbezahlt haben, kommt das Kartenhaus endgültig in’s Schlingern und bricht ein.

Moral oder Geld - eine ganz persönliche Entscheidung

Solange die Systeme jedoch laufen, wäre es irgendwie ungeschickt, sein Glück damit nicht auch zu versuchen. Verantwortungslos wäre es jedoch, einen Betrag zu riskieren, der bei einem auch anderen Beteuerungen zum Trotz nicht auszuschließenden Totalverlust Sie in Existenznöte bringen könnte. Also immer nur das riskieren, worauf Sie auch verzichten könnten, ohne tags darauf am Hungertuch nagen zu müssen oder gar die eigene finanzielle Existenz oder die Ihrer Familie auf’s Spiel zu setzen!

Diese Warnung scheint mir extrem wichtig zu sein, denn bei dem Hype, der derzeit um die Revshare-Programme gemacht wird, siegt bei den meisten Interessenten schnell die Gier über die Vernunft. Im Fall der Fälle sind jedoch die Wenigsten bereit, den Fehler dann bei sich selbst zu suchen. Also: Riskieren Sie nicht zuviel, setzen Sie sich ein Limit. Auch ein monatliches Limit, wenn Sie nachinvestieren wollen und halten Sie sich strikt daran!

So halten Sie sich weitgehend schadlos

Wenn Ihnen an Ihren persönlichen privaten und geschäftlichen Kontakten und Ihrem sozialen Umfeld gelegen ist, unterlassen Sie es unbedingt, dort für die Teilnahme an Revshare-Programmen in irgend einer Weise zu werben. Gerade das zu tun, um sich Provisionen zu den „Systemgewinnen“ hinzu zu verdienen, wird Ihnen Ihr Sponsor, der Sie zur Teilnahme an einem solchen System gewinnen möchte, anraten. Er wird Ihnen erklären, daß es Ihnen diese Provisionen ermöglichen werden, „ohne weiter eigenes Geld zu investieren“ zusätzliche AdPacks erwerben zu können und damit Ihrem gesteckten Ziel schnell einen gewaltigen Schritt näherkommen. Stimmt - können Sie, wenn alles gut geht. Aber es geht nicht "ohne eigenes Geld", denn Provisionen sind auch Ihr Geld, wenn in diesem Fall aus meiner Sicht auch zweifelhaft verdient.

Hände weg von Freunden und der Verwandtschaft 

Sie haben aber dann jede Menge persönliche Freunde und womöglich auch noch Familienangehörige und Ihre Verwandtschaft in das System gebracht, von denen nur ein verschwindend geringer Teil nicht Ihnen die Schuld zuweisen wird, wenn das System für diese Menschen nicht ebenfalls so erfolgreich wie erwartet funktioniert oder gar - egal aus welchen Gründen - zusammenbricht und sie das eingesetzte Geld ganz oder teilweise verloren haben. „Verbrannte Erde“ kennen nicht nur Kriegsschauplätze und nicht selten ist in solchen Fällen zu juristischen Schadensersatzansprüchen nur ein kleiner Schritt. Die sind einem Empfehlungsgeber gegenüber im Fall eines Schneeballsystems auch nicht ausgeschlossen...

Möglichst schnell Geld entnehmen 

Nächster Grundsatz: Sehen Sie zu, daß Sie möglichst zeitnah Ihren Einsatz wieder aus dem System herausholen - auch und gerade weil man Ihnen von der Upline her etwas gegensätzliches empfehlen wird - und machen Sie, wenn Sie das so wollen, mit den nachkommenden Gewinngutschriften weiter. Im Falle des Zusammenbruchs haben Sie dann wenigstens Ihre ursprüngliche Investition zurück. Das Ende kann übrigens „urplötzlich“ über Nacht eintreten. Ohne Vorzeichen, ohne Vorwarnung. Dann nämlich, wenn eine im Hintergrund agierende Staatsanwaltschaft oder eine Finanzbehörde ausreichend Beweismaterial zusammen getragen haben, um dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben. Dabei spielt nicht nur das Argument „Schneeballsystem“ eine Rolle, in vielen Fällen dürfte auch die Art und Weise des Vertriebs ausreichend Grund für juristische Beanstandungen geben. Es gibt fundierte Anzeichen, daß die Behörden bereits zu Werke gehen und Verhaftungen hat es ja nach rund zweijähriger Ermittlungszeit in Kanada auch schon - bei einem anderen als den hier besprochenen, aber nach dem gleichen Prinzip arbeitenden System - gegeben.

Sie sollten übrigens nicht in den Fehler verfallen, anzunehmen, es würde weitere zwei Jahre dauern, bis gegen das nächste System ein Schlag der Ermittler möglich sein dürfte. Die haben inzwischen Erkenntnisse und Einschätzungen aus ihrem ersten Fall gewonnen, die weitere Ermittlungen beschleunigen werden. International zusammengearbeitet wird ja ohnehin...

Beherzigen Sie diese Grundregeln eisern, kann eigentlich nicht all zuviel schief gehen und mit ein wenig Glück, Logik und einer unkalkulierbar gnädigen Ermittlungszeitspanne, sind auch Sie noch auf der Seite der potentiellen Gewinner in einem RevShare-Programm Ihrer Wahl.

In meinem nächsten Beitrag werde ich über meine Erfahrungen mit "oneCoin - der Chance des Jahrhunerts" berichten. Die Firma ist ja mit einem großen Anspruch angetreten. Und wie immer, freue ich mich auf Ihre Kommentare...

Kommentare:

  1. Hallo Herr MF!
    Ein gelungener Artikel und die richtige Erklärung für diese ominösen Systeme.
    Wir arbeiten selber an einem Pyramidensystem, das aber für alle vorteilhaft werden muss - auch das ist möglich, wenn man selbst auf den Großteil des Gewinnes verzichtet und die Handelsspanne fair verteilt. Natürlich gibts da keine Millionengewinne, dafür die aber langfristig und sicher. Anders könnte ich mich nicht mehr vor dem Spiegel wagen.
    Würde mich freuen, wenn sie unsere Idee auch mal durch die Mangel nehmen, denn der einstimmige Tenor für Pyramidensysteme liegt ja leider im Negativen.
    lg,
    Mag. Martin Fischer Österreich

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  2. Hallo Herr Magister Fischer,

    Ihre anerkennenden Worte in allen Ehren. Ich bin allerdings mit dem Beitrag selbst nicht ganz zufrieden, da ich versäumt habe, eine eindringliche Warnung vor GPA auszusprechen, das ja zum Ende März 2016 hin in plump-betrügerischer Art und Weise von den Initiatoren endgültig gegen die Wand gefahren wurde. Stein und Co. hatten genug abkassiert...

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber Ihr Wunsch, doch 'mal "bei Ihnen vorbei zu schauen" dürfte sich wohl auf >angelio< beziehen? Ich werd's mir genauer anschauen, fällt aber eher in die Rubrik "Einkaufs- und Rabattclub". Ist nicht ganz das Thema dieses Blogs. Mal schauen...

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